Der Laborbericht als Story
Eine Referenz aus Phase A: Interviews, ein Behavioral Prototype und Tests mit echten Athlet:innen — wie wir eine Hypothese prüfbar gemacht haben.
Ausgangslage
Ein CPET-Laborbericht ist der Goldstandard der Leistungsdiagnostik — und für die meisten Athlet:innen unlesbar. 18 Seiten, hundert Parameter, geschrieben für Ärzt:innen. Die Hypothese: Dieselben Daten erreichen ein Sport-Publikum nur außerhalb von Klinik und Fachsprache. Bevor daraus ein halbes Jahr Produktentwicklung wird, stand eine einzige Frage im Raum — schaut diese Zielgruppe ihre eigenen Werte überhaupt an? Genau das klärt Phase A: mit echtem Verhalten, nicht mit Meinungen.
Was wir gebaut haben
Einen Behavioral Prototype — kein MVP. Er existiert, um eine Frage zu beantworten, und darf danach sterben. Konkret: die Messwerte als Story aufs Handy. Elf Karten, eine Aussage pro Karte — wer du bist, wo deine Trainingszonen wirklich liegen, welcher Hebel dein nächstes Rennen entscheidet. Statt „VT1 bei 3,2 l/min” steht dort ein Satz, den man ohne Arzt versteht.
Funktional genug, um echtes Verhalten zu erzeugen. Schlank genug, um zwischen zwei Tests umgebaut zu werden. Der Prototyp ist hier Lerninstrument, nicht Liefergegenstand — er beweist die Hypothese, er ist nicht das fertige Produkt.
Wie wir vorgegangen sind
- A · Discovery & Interviews — Gespräche mit potenziellen Erstnutzer:innen, Sichtung der Clinical-to-Consumer-Muster (Whoop, Levels, RETÜL), Eingrenzung auf drei Trainings-Hebel: Grundlage, Schwelle, Tempohärte.
- A · Behavioral Prototype — die Story aus echten Diagnostik-Daten gebaut, damit jede:r Athlet:in das eigene Ergebnis sieht — nicht ein Demo-Beispiel, sondern die eigenen Werte.
- A · Tests mit echten Athlet:innen — acht Marathonläufer:innen, je 90 Minuten: erst Spiroergometrie, dann der Prototyp am eigenen Ergebnis. Beobachtet wurde, was sie tun — nicht nur, was sie sagen.
Was raus kam
- Aus 18 Seiten Bericht wird eine Minuten-Story: Athlet:innen lesen ihr Ergebnis, ohne dass jemand es übersetzt.
- Der Walkthrough zeigt Karte für Karte, wo die Story trägt und wo sie missverstanden wird — Input für die nächste Iteration statt für ein Bauchgefühl.
- Cortex Life entscheidet auf Basis von Verhalten, nicht auf Basis der lautesten Meinung im Raum — und das nach Wochen, nicht nach einem MVP-Halbjahr.
Unsere Rolle
Strive hat Cortex Life durch Phase A geführt: Discovery und Interviews, Design und Bau des Behavioral Prototype, die Tests mit echten Athlet:innen und die Auswertung. Eine Hypothese, ein Prototyp, ein Markt-Signal. Phase B folgt, wenn das Signal trägt.
→ · Prototyp · 11 Karten